Vor 40 Jahren, am 10. September 1986, fand in der Düsseldorfer Staatskanzlei die Gründungsversammlung der sef: statt.
Die Idee dahinter war ebenso ambitioniert wie vorausschauend: ein unabhängiges Forum zu schaffen, das globale Zusammenhänge sichtbar macht, unterschiedliche Perspektiven zusammenführt und Ost-West- wie Nord-Süd-Fragen gemeinsam in den Blick nimmt.
Zu den prägenden Persönlichkeiten gehörten Willy Brandt und Johannes Rau. Ein wichtiger Ausgangspunkt war die von Brandt geleitete “Nord-Süd-Kommission”. Ihr Bericht „Das Überleben sichern“ – der sogenannte Brandt-Report – machte bereits Anfang der 1980er Jahre deutlich: Armut und Hunger, die Verschwendung natürlicher Ressourcen und Aufrüstung sind globale Herausforderungen, die sich weder isoliert noch allein auf nationaler Ebene lösen lassen.
Ein Gedanke Brandts bringt diese Überzeugung besonders prägnant auf den Punkt:
„Entwicklung im weiteren Sinn ist ein anderes Wort für Frieden.“
Dieser Satz ist weit mehr als ein historisches Zitat. Er beschreibt einen Grundgedanken, der die Arbeit der sef: bis heute prägt: Globale Ungleichheit, Klimakrise, Ressourcenknappheit, Kriege und geopolitische Spannungen zeigen, wie eng Frieden und Entwicklung miteinander verbunden sind.
Auch die Geschichte der sef: selbst ist eine Geschichte des Brückenbauens. 1991 trat das Land Berlin der sef: bei, 1993 wurde aus dem Verein die heutige Stiftung. Als Stifter beteiligten sich neben Nordrhein-Westfalen die Länder Berlin, Brandenburg und der Freistaat Sachsen. Damit erhielt die sef: eine breite föderale Basis, die bis heute prägend ist.
Dass Länder mit unterschiedlichen historischen und regionalen Erfahrungen gemeinsam Verantwortung für eine international ausgerichtete Stiftung übernehmen, ist eine institutionelle Besonderheit. Sie spiegelt den Anspruch wider, Unterschiede nicht auszublenden, sondern sie produktiv in Dialog zu übersetzen.
40 Jahre später ist dieser Anspruch aktueller denn je. Die sef: macht globale Zusammenhänge sichtbar, bringt Perspektiven aus unterschiedlichen Weltregionen zusammen, ermöglicht Dialog und zeigt politische Handlungsperspektiven auf.
40 Jahre sef: sind deshalb nicht nur ein Grund zurückzublicken und das langjährige Engagement von Stifterländern und Wegbegleitern zu würdigen. Sie sind vor allem ein Anlass, aktuelle Herausforderungen in den Blick zu nehmen:
Beim Bonn Symposium 2026 „Big Tech als geopolitischer Akteur: Frieden und Entwicklung im digitalen Zeitalter“ widmen wir uns einer Frage, die in neuer Form an die Gründungsidee der sef: anknüpft:
Wer trägt Verantwortung für globale Entwicklungen – und wie können wir sicherstellen, dass Fortschritt nicht neue Ungleichheiten und Abhängigkeiten schafft?
Wir freuen uns auf den Austausch, auf alte und neue Begegnungen – und darauf, 40 Jahre sef: gemeinsam zu feiern!
