Juni 2024
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

das globale Konfliktgeschehen hat sich im vergangenen Jahr weiter verschärft: Der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza, die anhaltende Aggression Russlands gegen die Ukraine sowie Militärputsche und dschihadistische Gewalt in Afrika forderten zehntausende Opfer. Militärische Interventionen in Konflikte zeigen dagegen kaum Erfolge, auch die Bekämpfung von Armut und Hunger stockt. Weltweit setzen zudem extremistische Bewegungen die Demokratien unter Druck.

Im Angesicht dieser dramatischen Lage haben das INEF und drei weitere Friedensforschungsinstitute heute auf der Bundespressekonferenz ihr jährliches Friedensgutachten vorgestellt. In ihren konkreten Empfehlungen an die Bundesregierung zeigen die Friedensforscher*innen erste Schritte auf, um Gewaltspiralen zu durchbrechen und Konfliktursachen zu bearbeiten.

Wie immer finden Sie in diesem Newsletter außerdem weitere Ankündigungen und Publikationen von sef: und INEF.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße

Nora Witt,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Carolin Rosenberg,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

     

 

   
 
VERANSTALTUNGEN
© iStock Arkadiusz Warguła

Countering Populism via Media Literacy? Eastern European Approaches

sef: Session beim Deutsche Welle Global Media Forum

17. Juni 2024, 15:30 – 16:30 Uhr, Bonn, in englischer Sprache

Wo Medienkompetenz fehlt, können sich Desinformation und Populismus verbreiten. Obwohl es sich um ein weltweites Problem handelt, konzentriert sich der Diskurs zum Thema vor allem auf westliche Demokratien. Die diesjährige Session der sef: auf dem Global Media Forum wagt einen Blick über den Tellerrand und widmet sich dem osteuropäischen Raum. Wir stellen zwei außergewöhnliche Projekte aus Litauen und der Ukraine vor, die Medienkompetenz fördern, Populismus bekämpfen, den Journalismus stärken und Bürgerbeteiligung ermöglichen. Im Fokus steht der Austausch zu umsetzbaren, innovativen Strategien und bewährten Verfahren, welche Anregungen für eine Stärkung von Medienkompetenz weltweit bieten.

Das Deutsche Welle Global Media Forum findet am 17. und 18. Juni 2024 unter dem Titel „Sharing Solutions“ im World Conference Center in Bonn statt.

Sie können sich hier für das Global Media Forum anmelden.

© College for Social Sciences and Humanities

Ambitious Goals, Sober Reality? Feminist Foreign and Development Policy Put to the Test

25. Juni 2024, 16:00 – 18:00 Uhr, Essen, in englischer Sprache

In den letzten Jahren haben zahlreiche Regierungen weltweit entschieden, feministische Ziele in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik zu verfolgen. Dieser politische Paradigmenwechsel wird kontrovers diskutiert. In der öffentlichen Podiumsdiskussion „Ambitious goals, sober reality? Feminist foreign and development policy put to the test“ am College for Social Sciences and Humanities in Essen werden Expert*innen aus Politik und Wissenschaft verschiedene Facetten einer feministischen Außen- und Entwicklungspolitik in den Blick nehmen und dabei die bisherigen Erfahrungen in Deutschland und anderen Ländern aufgreifen.

Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

© Siemens AG

Sonnige Aussichten? Die Energiekrise als Chance für eine gerechte Energietransformation in Afrika

Potsdamer Afrikagespräche 2024

24. – 25. Oktober 2024, NH Hotel Potsdam, deutsch/englisch (Simultanübersetzung)

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat das Thema Energiesicherheit weltweit an die Spitze der politischen Tagesordnung katapultiert und den Transformationsdruck drastisch erhöht.

In Anbetracht seines beispiellosen Potenzials für erneuerbare Energien könnte Afrika auf dem Weg zu einer globalen Energiewende zum Game-Changer werden. Der Kontinent verfügt über die besten Solarstandorte weltweit und könnte mit grünem Wasserstoff den weltweiten Energiebedarf decken. Gleichzeitig sind Millionen von Menschen in Afrika von akuter Energiearmut betroffen. Von den 840 Millionen Menschen weltweit ohne Zugang zu Strom leben rund 600 Millionen in Afrika. Nach wie vor ist der Kontinent stark von fossilen Brennstoffen abhängig. In den letzten zwei Jahrzehnten flossen weniger als 2 Prozent der weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien nach Afrika.

Bei den Potsdamer Afrikagesprächen diskutieren wir mit internationalen Expert*innen, wie eine gerechte Energietransformation in Afrika gelingen kann und welche Hürden es zu überwinden gilt.

Diskutieren Sie mit: Anmeldung!

PUBLIKATIONEN
© PRIF, Yvonne Blum

Welt ohne Kompass

Friedensgutachten 2024

Die internationale Gemeinschaft sieht sich multiplen Krisen ausgesetzt. Im Friedensgutachten 2024 plädieren die führenden deutschen Friedensforschungsinstitute angesichts dieser dramatischen Lage entschieden für eine Neubesinnung auf Kernprinzipien des Multilateralismus. Dazu, so die Friedensforscher*innen, gehöre eine konsequente Ausrichtung an Völkerrecht und internationaler Gerichtsbarkeit, die nicht zuletzt im Umgang der Bundesregierung mit dem Israel-Gaza-Krieg geboten sei.

Das vom INEF koordinierte Kapitel „Nachhaltiger Frieden“ zeigt zudem, dass die Förderung von Frieden und die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele durch die verstärkte Berücksichtigung lokaler Wissensbestände und Ansätze der Konfliktbearbeitung vorangebracht werden kann.

© Karin Gaesing

Schulspeisung als Kernbeitrag zur Sozialen Sicherung

AVE-Studie 37

Eine neue AVE-Studie stellt Schulspeisung als eine sehr wichtige Komponente Sozialer Sicherungssysteme dar. Anhand von empirischen Untersuchungen in Äthiopien, Benin und Kambodscha zeigt das Forschungsteam auf, welche Modelle gut funktionieren, insbesondere Schulspeisung mit lokaler Beschaffung der Lebensmittel, und was insgesamt bei der Durchführung von Schulspeisungsprogrammen verbessert werden sollte.

Die Studie ist im Rahmen des INEF-Projekts „Wege aus Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“ (AVE) entstanden, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird.

BERICHTE UND ERGEBNISSE
© sef:

Zwischen Fake News und Aufklärung – Social Media in der Kriegsberichterstattung

18. April 2024, Frauenkirche Dresden

Bei der Abendveranstaltung des Dresdner Forums für Internationale Politik in der Frauenkirche Dresden führte Staatsminister Oliver Schenk mit dem Leiter des ZDF-Studios in Tel Aviv Michael Bewerunge, Prof. Dr. Zowislo-Grünewald von der Universität der Bundeswehr und Nico Lange von der Münchner Sicherheitskonferenz eine angeregte Diskussion über angemessenes Storytelling und Informationsstrategien zur Verbreitung von Nachrichten und objektiven Wahrheiten im Zeitalter von Social Media.

Weitere Informationen und Bilder finden sie hier

© UN Photo

Inklusive Friedensprozesse? Gestaltungsmöglichkeiten staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure

Beim Dresdner Forum für Internationale Politik diskutierten Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ein Thema, das zeitaktueller und relevanter nicht sein könnte: Inklusive Friedensprozesse. Während die Frage nach den Gestaltungsmöglichkeiten staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure im Mittelpunkt stand, wurde aus den Diskussionen vor allem eines deutlich: Nur inklusiver Frieden kann dauerhafter Frieden sein.

Sie finden den Bericht zum Desdner Forum 2024 nun auf unserer Webseite.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2024

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.