März 2022
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

seit dem 24. Februar 2022 ist unsere Welt eine andere – nicht nur für diejenigen, die sich mit den Themen Entwicklung und Frieden beschäftigen. Wladimir Putins brutaler Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die europäische Friedensordnung in ihren Grundfesten erschüttert. Diese grobe Missachtung des Völkerrechts durch die Regierung einer Atommacht fügt der globalen Ordnung großen Schaden zu und wird deshalb auch unsere Arbeit langfristig beeinflussen.

Beim morgigen 23. Käte Hamburger Dialog diskutieren internationale Expert*innen mögliche Auswirkungen des Krieges. Perspektiven für eine Deeskalation im Ukraine-Krieg bietet ein neuer Beitrag zum INEF Development and Peace Blog von Tobias Debiel und Herbert Wulf. Lesen Sie auch die Stellungnahme der sef:, deren Gründungsvorsitzender Willy Brandt anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises 1971 sagte, Krieg sei „nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio“.

Trotz der dramatischen Ereignisse in unserer europäischen Nachbarschaft werden auch andere globale Herausforderungen nicht weniger dringlich. Morgen sprechen wir deshalb beim Brandenburger Online Dialog über Konflikte beim Zugang zu Land, die durch den steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien verschärft werden. Nächste Woche nehmen wir dann bei den Potsdamer Frühjahrgesprächen den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konflikten in Afrika in den Fokus.

Zu diesen und weiteren spannenden Themen finden Sie nähere Informationen in diesem Newsletter. Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Mai – bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute!

Mit besten Grüßen

Ingo Nordmann,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Elena Sondermann,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

 

   
 
ANKÜNDIGUNGEN
CC BY 4.0 Mvs.gov.ua

Krieg in der Ukraine – Auswirkungen und Handlungsoptionen

23. Käte Hamburger Dialog

24. März 2022, 16:30 - 18:00 Uhr, online

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht unsägliches menschliches Leid und zwingt Millionen Menschen zur Flucht. Er ist auch ein Angriff auf das Völkerrecht und die auf Regeln basierende internationale Ordnung mit bisher unabsehbaren Folgen. Gemeinsam mit dem Käte Hamburger Kolleg (KHK) lädt das INEF zum 23. Käte Hamburger Dialog ein. Ein Panel internationaler Expert*innen diskutiert die Auswirkungen des Krieges auf die europäische Sicherheitsarchitektur sowie die globale Zusammenarbeit und erörtert mögliche Handlungsoptionen, um Frieden in der Ukraine zu erreichen.

Registrieren Sie sich heute oder morgen unter diesem Link.

© istock.com/typo-graphics

Konkurrenz um Land: Ansätze für einen konfliktsensiblen Klimaschutz

Brandenburger Online Dialog „Mit Afrika lernen“

24. März 2022, 17:00 – 18:30 Uhr, online

Der Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch die Frage der Ernährungssicherheit haben mit dem Ukraine-Krieg an zusätzlicher Dringlichkeit gewonnen. Solarfarmen und Windräder beanspruchen Land, das in vielen Ländern und Regionen knapp und entsprechend begehrt ist. Diese weiteren Mitbewerber um die begehrte Ressource Land könnten Konflikte verschärfen.

Beim zweiten Brandenburger Online Dialog „Mit Afrika lernen“ möchten wir deshalb mit Fachleuten aus Mosambik und Brandenburg darüber sprechen, wie Konflikte um Land dauerhaft friedlich gelöst und dabei Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in all ihren Dimensionen in Einklang gebracht werden können. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Website.

CC BY-NC-ND 2.0 flickr.com/UNAMID

Klimawandel und Konflikte – Präventive Strategien afrikanischer Regionalorganisationen

Potsdamer Frühjahrsgespräche

29./31. März und 5./7. April 2022, jeweils 10:00-12:30 Uhr, online
Konferenzsprache: Englisch

Bei den Potsdamer Frühjahrsgesprächen 2022 werden internationale Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die sich gegenseitig verstärkenden Risiken von Klimawandel und Konflikten in Afrika analysieren. Sie diskutieren zudem Strategien, die regionale und internationale Organisationen anwenden, um ihnen entgegen zu treten. Das Programm ist jetzt auf unserer Website verfügbar.

Die Teilnahme an dem interaktiven Format ist mit einer persönlichen Einladung möglich. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, wenden Sie sich bitte an nordmann@sef-bonn.org.

CC BY-ND 2.0 PP Pilch/flickr.com

Gesellschaftlicher Polarisierung aktiv begegnen

Forum Frauenkirche Online

10. Februar 2022, online

Wenn Gesellschaften in den Sog einer immer stärker werdenden Polarisierung geraten, droht eine Spaltung bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Wege aus dieser Spirale diskutierten am 10. Februar 2022 die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Lena Slachmuijlder von Search for Common Ground. Lesen Sie jetzt den Kurzbericht oder schauen Sie sich die Aufzeichnung an.

PUBLIKATIONEN
CC BY-SA 2.0 Ministry of Defense of Ukraine

INEF-Diskussionsbeiträge zum Ukraine-Krieg

Wie weiter nach Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine?

In einem Beitrag zum Development and Peace Blog des INEF sondieren Tobias Debiel, Stellvertretender Direktor des INEF, und Herbert Wulf, Senior Associate Fellow, Deeskalationsperspektiven im Ukraine-Krieg. In einer Sonderausgabe des Global Cooperation Podcast des KHK nehmen die beiden Wissenschaftler die Zukunft der europäischen Sicherheit angesichts der aktuellen Entwicklungen in den Blick. Bereits zuvor hatte Tobias Debiel in einem Online-Beitrag für das ipg-Journal (Internationale Politik und Gesellschaft) dafür plädiert, auf europäischer Ebene gemeinsame Sicherheit neu zu definieren.

© President of Russia
Trip to Tyva, August 1-3, 2017

Hypermaskulinität und der Ukraine-Krieg

In dem neusten Artikel der INEF Blogreihe „Peace and Development“ diskutiert INEF-Geschäftsführerin Cornelia Ulbert unter der Überschrift „Männliche Staaten“ die Frage, welche Rolle Geschlechterstereotypen bei der gegenwärtigen Aggression gegenüber der Ukraine spielen.

CC BY-SA 2.0 flickr.com/Alisdare Hickson

Menschenrechtsverletzungen in Brasilien zu Zeiten der Covid-19-Pandemie

Beitrag im Sammelband „Corona in Lateinamerika“

Die Corona-Pandemie hat Lateinamerika mit besonderer Härte getroffen. In keiner Weltregion haben sich so viele Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert wie hier. Unter dem Einfluss der Pandemie haben Armut und Ungleichheiten zugenommen, die Wirtschaftskrise hat sich verschärft und in einigen Ländern haben autoritäre und repressive Tendenzen zugenommen. INEF-Mitarbeiterin Carolina A. Vestena befasst sich mit der Lage Brasiliens während der vergangenen Jahre und analysiert die zahlreichen Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen. Ihr Beitrag und der Sammelband sind hier verfügbar.

Perspektiven auf Global Governance. Die sef: 2021

sef: Jahresbericht 2021

Ausmaß und Brutalität des Angriffs auf die Ukraine haben viele Expertinnen und Experten überrascht. Warnsignale und mahnende Stimmen waren bereits im Jahr 2021 jedoch vereinzelt zu hören, wie auch der sef: Jahresbericht 2021 zeigt. So forderte der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, beim Forum Frauenkirche Online im Mai 2021 darüber nachzudenken, was der Westen im Falle von Gewalt durch Russland mitten in Europa tun könne. Und die Transformationsforscherin Maja Göpel rief beim Parlamentarischen Frühstück im November dazu auf, sich durch den Ausbau erneuerbarer Energien der geopolitischen Machtlogik des Besitzes natürlicher Ressourcen zu entziehen. Lesen Sie mehr dazu und zu den Ergebnissen unserer weiteren Projekte 2021 in unserem Jahresbericht.

IN EIGENER SACHE
© DEval

Wechsel in der sef: Geschäftsführung

Nach 17 Jahren als Geschäftsführerin beendet Frau Dr. Michèle Roth ihre Tätigkeit für die sef:. Wir sind sehr dankbar für ihre exzellente Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft von Herzen alles Gute. Zu ihrem Nachfolger hat der sef: Vorstand mit Zustimmung des Kuratoriums zum 1. April 2022 Herrn Dr. Marcus Kaplan berufen. Er kommt nach Stationen bei der United Nations University, dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und dem Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval), wo er zuletzt als Senior Evaluator und Teamleiter tätig war, zur sef:.

Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit mit Herrn Dr. Kaplan!

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

Newsletter abbestellen

Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2022

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.