Februar 2022
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

Resilienz stärken – Ungleichheiten reduzieren“ lautet der Fokus des sef: Jahresprogramms 2022, welches das Kuratorium der Stiftung heute verabschiedet hat. Die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften und von politischen Systemen wird zunehmend auf die Probe gestellt. Die sef: konzentriert sich 2022 deshalb auf die Frage, wie sich Staaten und Gesellschaften, aber auch die internationale Gemeinschaft besser auf die Folgen von Klimaveränderungen und Pandemien vorbereiten können. Die Verringerung von Ungleichheiten spielt dabei eine wichtige Rolle, da diese die Vulnerabilität von gesellschaftlichen Gruppen und Staaten stark beeinflussen.

Bereits heute Abend haben Sie Gelegenheit, bei unserer Online-Veranstaltung „Gesellschaftlicher Polarisierung aktiv begegnen“ einen ersten Einblick in unser Jahresthema zu gewinnen.

Weitere Informationen dazu sowie zu den anderen aktuellen Projekten von sef: und INEF erhalten Sie wie gewohnt in diesem Newsletter.

Beste Grüße

Ingo Nordmann,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Elena Sondermann,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

 

   
 
ANKÜNDIGUNGEN
CC BY-ND 2.0 PP Pilch/flickr.com

Gesellschaftlicher Polarisierung aktiv begegnen

Forum Frauenkirche Online

HEUTE! 10. Februar 2022, 19.00 Uhr, online

Wenn Gesellschaften in den Sog einer immer stärker werdenden Polarisierung geraten, droht eine Spaltung bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Doch es gibt weltweit auch einen großen Erfahrungsschatz, welche Faktoren dazu beitragen können, dem Auseinanderdriften von Gesellschaften entgegenzuwirken. Beim Forum Frauenkirche Online sprechen wir mit der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Lena Slachmujilder, Vizepräsidentin von Search for Common Ground, darüber, wo Politik und Gesellschaft, Kultur und Religionsgemeinschaften ansetzen können, um gesellschaftlicher Polarisierung aktiv zu begegnen.

Weitere Informationen finden sich im Programm. Jetzt noch schnell hier anmelden und die Zugangsdaten zur Zoom-Session erhalten.

© istock.com/typo-graphics

Konkurrenz um Land: Ansätze für einen konfliktsensiblen Klimaschutz

Brandenburger Online Dialog „Mit Afrika lernen“

24. März 2022, 17.00 Uhr, online

Land ist in vielen Ländern und Regionen knapp und entsprechend begehrt. Das gilt auch für Brandenburg und viele Regionen in Mosambik. Mit dem stark steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien zur Erreichung der globalen Klimaziele tritt seit einigen Jahren verstärkt ein weiterer Mitbewerber um die Ressource Land in Erscheinung. Wie können Konflikte um Land dauerhaft friedlich gelöst und dabei Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in Einklang gebracht werden? Darüber sprechen wir beim zweiten Brandenburger Online Dialog „Mit Afrika lernen“ mit Fachleuten aus Brandenburg und Mosambik.

Das Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie ab sofort auf unserer Website.

CC BY-NC-ND 2.0 flickr.com/UNAMID

Klimawandel und Konflikte

Potsdamer Frühjahrsgespräche

29./31. März und 5./7. April 2022, 10.00 Uhr, online

Der Klimawandel gefährdet viele Fortschritte in Friedens- und Sicherheitsfragen in Afrika und kann zur Verschärfung gewaltsamer Konflikte beitragen. Zugleich ist die Anpassung an den Klimawandel in konfliktträchtigen Gebieten viel schwieriger. Die Potsdamer Frühjahrsgespräche 2022 werden vor diesen Hintergrund untersuchen, welche Strategien regionale und internationale Organisationen in Afrika zur Bewältigung der sich gegenseitig verstärkenden Risiken von Klimawandel und Konflikten einsetzen. Darüber werden wir mit Vertreter*innen regionaler und internationaler Organisationen, Wissenschaftler*innen und Expert*innen der Zivilgesellschaft aus Afrika und Europa diskutieren. Die Veranstaltung findet online in vier Teilen am 29. und 31. März sowie am 5. und 7. April 2022 statt.

Das Programm ist jetzt auf unserer Website verfügbar. Die Teilnahme ist mit einer persönlichen Einladung möglich. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, wenden Sie sich bitte an nordmann@sef-bonn.org.

© ILO-Harare-Zimbabwe-Credit-KB_Mpofu_ILO

Die Pandemie als mehrdimensionale Krise

SAVE-THE-DATE: Dresdner Forum für Internationale Politik

30. Juni/1. Juli 2022, Dresden

Das ursprünglich für Januar 2022 geplante Dresdner Forum für Internationale Politik findet aufgrund der derzeitigen pandemischen Lage ausnahmsweise im Sommer statt. Im Zentrum der Veranstaltung wird die Frage stehen, welche Lehren wir aus der Corona-Pandemie für eine künftige globale Zusammenarbeit ziehen müssen und welche Weichenstellungen im Bereich der internationalen Gesundheitspolitik, aber auch darüber hinaus, erforderlich sind.

Weitere Informationen finden Sie in Kürze auf unserer Website.

PUBLIKATIONEN

KI-Regulierung in einen globalen Einklang bringen: Lehren aus der aktuellen Praxis

GLOBALE TRENDS. ANALYSEN 03|2021

Daten und künstliche Intelligenz (KI) als globale Gemeingüter anzusehen, könnte entscheidend dazu beitragen, dass diese Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts der gesamten Menschheit zugutekommen. Bemühungen, die Entwicklung und Regulierung von KI voranzutreiben, sind bisher jedoch stark fragmentiert. Daraus ergeben sich nicht nur Risiken, sondern auch entgangene Chancen. Wie Amandeep Singh Gill in GLOBALE TRENDS. ANALYSEN 03|2021 beschreibt, könnten ein ganzheitlicher Gemeingüter-Ansatz, geteilte Werte, eine gemeinsame Sprache und öffentliche digitale Infrastrukturen dazu beitragen, die Governance von KI global besser abzustimmen und ihre Potenziale zu entfalten.

UN-Abkommen gegen Cyberkriminalität – Menschenrechte und Entwicklung ins Zentrum rücken

Global Governance Spotlight 5|2021

2022 werden die UN-Mitgliedstaaten Verhandlungen über ein globales Abkommen zur Bekämpfung der Cyberkriminalität aufnehmen. Mehr internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich ist dringend geboten. Doch es gibt auch Risiken. So könnten vage Verpflichtungen, etwa zur Überwachung des Internetverkehrs, von autoritären Regimen missbraucht werden, um unter dem Deckmantel der Kriminalitätsbekämpfung gegen Aktivisten und Oppositionelle vorzugehen. Um dies zu verhindern, müssen die Menschenrechte als Referenzrahmen gestärkt werden, fordert Mischa Hansel im Global Governance Spotlight 5|2021.

© Arne Rieber/INEF

Nachhaltige finanzielle Inklusion im ländlichen Raum

AVE-Studie 26

Mit einem Beitrag zu finanzieller Inklusion eröffnet das AVE-Projektteam die zweite Phase des Forschungsvorhabens „Wege aus Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“ (AVE), nun mit dem Schwerpunkt Entwicklungsfinanzierung. Die Studie beschreibt vielversprechende Wege, warnt jedoch vor deren Risiken. Insbesondere in ländlichen Räumen sind formelle Finanzdienstleistungen wenig verbreitet. Digitale und innovative Angebote sowie traditionelle Spar- und Kreditsysteme füllen diese Lücke, zeigen Arne Rieber, Frank Bliss und Karin Gaesing auf.

Zur Krise und Zukunft des Nichtverbreitungsregimes von Nuklearwaffen

Beitrag in der Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung

INEF-Mitglied Carmen Wunderlich unternimmt gemeinsam mit Jana Baldus und Harald Müller eine kritische Bestandsaufnahme des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrages (NVV). Gegenwärtige Entwicklungen – das Fehlen echter Abrüstung, Kontroversen zwischen den Mitgliedstaaten, die vermeintliche Konkurrenz zwischen Atomwaffenverbotsvertrag und NVV , sowie tatsächliche Proliferationsrisiken – sind Teil einer umfassenden Krise und Destabilisierung des Nichtverbreitungsregimes. Die Autor*innen argumentieren in ihrem Beitrag, dass drei Entwicklungen notwendig sind, um das Regime zu restabilisieren: eine kooperative Beilegung der Machtkämpfe zwischen den Großmächten, eine Depolarisierung der Spaltungen zwischen den Gruppen im NVV und eine Rückkehr zum Prinzip der nuklearen Kriegsverhütung als gemeinsame Handlungsmaxime.

Demokratien und der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit

Artikel in Earth System Governance

Können Demokratien und ihre Regierungen rechtzeitig eine groß angelegte Transformation in Richtung Nachhaltigkeit gestalten? Dies ist eine der zentralen Frage, die den Anstoß gab für eine Studie, die Ayşem Mert, Senior Fellow des Käte Hamburger Kollegs (KHK) /Centre for Global Cooperation Research (GCR) mitverfasst hat. Die Studie verbindet Forschungsergebnisse seit 2011 aus den Forschungsfeldern „Nachhaltigkeitstransformation“ sowie „Demokratie-Umwelt-Nexus“ und nutzt diese für Politikempfehlungen.

IN EIGENER SACHE

sef: Kuratorium verabschiedet Jahresplanung 2022

Auf seiner Sitzung vom 10. Februar 2022 hat das sef: Kuratorium die Jahresplanung 2022 mit dem Fokus auf „Resilienz stärken – Ungleichheiten reduzieren“ verabschiedet. Damit hat sich die sef: –  auf Empfehlung ihres Beirates – erstmalig ein Jahresmotto gegeben, unter das sie all ihre Projekte stellen wird. Konkret wird sie den Jahresfokus in vier Teilbereichen umsetzen: 1. Vorsorge durch ein globales Pandemieabkommen?, 2. Überwindung der Folgen der Pandemie in globaler Solidarität, 3. Katastrophenvorsorge regional und lokal stärken und 4. Klimainduzierten Konflikten proaktiv begegnen.

Neues INEF-Forschungsprogramm

Auf inter- und transnationaler Ebene ist die Frage, wer für ein Kollektiv Regeln setzen darf, die von diesem befolgt werden (sollen), noch weniger eindeutig zu beantworten, als es auf nationaler Ebene den Anschein hat. Vor diesem Hintergrund widmet sich das neue INEF-Forschungsprogramm dem Thema „Umstrittene Autorität im transnationalen Regieren“. Prozesse der Herausbildung von Autorität, die Rolle von nicht-staatlichen Akteuren und die Umstrittenheit aber auch Abwesenheit von Autorität stehen im Fokus der drei Forschungsbereiche „Global Governance für nachhaltige Entwicklung“, „Menschenrechte und Regulierung in der globalen Wirtschaft” und „Gesellschaftliche Konflikte und Resilienz“.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2022

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.