Dezember 2021
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

im September 2021 veröffentlichte UN-Generalsekretär António Guterres mit „Our Common Agenda“ seine Vision der künftigen globalen Zusammenarbeit. Der Bericht markiert den Beginn eines Prozesses zur Stärkung des Multilateralismus. Dabei spielen Vorschläge zur besseren Vorbereitung auf und zum angemessenen Umgang mit globalen Krisen eine wichtige Rolle. Mit genau diesem Thema befasste sich im September und Oktober 2021 auch eine Gruppe internationaler Expert*innen auf Einladung von sef: und INEF. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Strukturen und Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit, der Umgang mit verschiedenen Arten von Wissen sowie Narrative und Denkweisen auf allen Ebenen der Politik entscheidend sind für eine erfolgreichere internationale Zusammenarbeit. Ihre Empfehlungen können Sie kurzgefasst im neuen Global Governance Spotlight nachlesen.

Weitere Leseempfehlungen für die anstehenden Feiertage finden Sie in diesem Newsletter.

Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle bereits friedliche Festtage und alles Gute für das kommende Jahr!

Beste Grüße

Ingo Nordmann,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Elena Sondermann,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

 

   
 
BERICHTE UND ERGEBNISSE
© sef:

„Aufbruch in die Welt von morgen“ – Parlamentarisches Frühstück mit Maja Göpel

Der sef: Beirat im Gespräch mit Mitgliedern des Landtags Nordrhein-Westfalen

5. November 2021

Flutkatastrophen, Waldbrände, Hitzewellen und Corona: Die Häufung dieser dramatischen Ereignisse in den letzten beiden Jahren hat eindringlich gezeigt, dass ein rasches und entschlossenes Handeln auf allen Ebenen der Politik erforderlich ist, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels und des Verlustes biologischer Vielfalt zu begrenzen. Die schiere Größe dieser Aufgabe, das globale Ausmaß und die vielfältigen Wechselwirkungen lassen jedoch an den eigenen Möglichkeiten zweifeln. Bei einem Parlamentarischen Frühstück im Landtag von Nordrhein-Westfalen zeigte die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel, Mitglied im sef: Beirat, wie der „Aufbruch in die Welt von morgen“ durch neue Denkansätze und konkrete Maßnahmen gelingen kann.

© sef:/Ingo Nordmann

Das Weltnaturschutzabkommen – Ein wichtiger Baustein für die lokale Umsetzung der Agenda 2030

Bonn Symposium 2021

10.-11. November 2021, online

Letzten Monat brachte das Bonn Symposium 2021 verschiedene Expert*innen im Bereich biologische Vielfalt mit Vertreter*innen der lokalen Ebene zusammen. Der Konferenzbericht ist jetzt online verfügbar. Außerdem haben wir Videoausschnitte mit Highlights der Konferenz auf unserer Website bereitgestellt. Dazu gehören der aufrüttelnde Impulsvortrag von Prof. Josef Settele, eine hochrangige Diskussionsrunde zur Bedeutung der Biodiversität für die menschliche Gesundheit sowie die revolutionäre Transformationsgeschichte des Unternehmens Reckhaus, die zeigt, wie die Privatwirtschaft zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen kann.

© KHK/Milena Gaede

Neue Forschungsperspektiven zu globaler Kooperation

Midterm-Konferenz des Käte Hamburger Kollegs (KHK)

15.-16. November 2021, Duisburg und online

Bisherige Forschungsergebnisse des Kollegs und neue Perspektiven für interdisziplinäre Forschung zu globaler Kooperation bildeten die Schwerpunkte der Konferenz des Käte Hamburger Kollegs/Centre for Global Cooperation Research (GCR) an der Universität Duisburg-Essen. Dazu zählten Diskussionsrunden zu Polyzentrismus, (Anti-)Globalismus sowie der Rolle von Imagination, die im Rahmen von Diskussionen über Migration, Klima, Friedensförderung und Internet Governance angesprochen wurden.

Berichte und Eindrücke der Konferenz finden Sie hier.

© istock.com/Tevarak

Datenschutz vs. Datenfluss? Das geplante E-Commerce-Abkommen der WTO

sef: Policy Lunch

17. November 2021, online

Die Digitalisierung hat den internationalen Handel grundlegend verändert. Dennoch fehlt es weitgehend an Regeln für den digitalen Handel. Im Jahr 2019 haben die Friends of E-Commerce informelle Verhandlungen über ein mögliches Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) aufgenommen. Aus gesellschafts- und entwicklungspolitischer Sicht sind die weitere Liberalisierung des E-Commerce, insbesondere die Institutionalisierung des vermeintlich freien Datenflusses, und die Zollbefreiung elektronischer Waren und Dienstleistungen jedoch höchst umstritten, wie die lebhafte Debatte beim sef: Policy Lunch (online) zeigte.

Ein englischsprachiger Kurzbericht ist nun verfügbar.

PUBLIKATIONEN

Sprechen wir durch das Recht: Für einen rechtlich verankerten Multilateralismus

GLOBALE TRENDS. ANALYSEN 2|2021

Seit einiger Zeit ist der im Völkerrecht verankerte Multilateralismus unter Druck geraten. Im Wechselspiel gegensätzlicher Kräfte eröffnen sich jedoch auch Handlungsspielräume für politische Akteure. In den neuen GLOBALE TRENDS. ANALYSEN fordert Heike Krieger die EU-Mitgliedstaaten dazu auf, sich für eine Stabilisierung der internationalen Ordnung zu engagieren. Zu diesem Zweck sollen sie einen rechtlich institutionalisierten Multilateralismus informellen Netzwerkstrukturen vorziehen. Grundlage ist eine glaubwürdige und konsistente Einhaltung des Völkerrechts sowie die Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses dieser Rechtsordnung gerade mit Staaten des Global Südens.

Besser auf globale Schocks reagieren – Empfehlungen für den „Our Common Agenda“-Prozess

Global Governance Spotlight 4|2021

Noch nie hat es eine so universelle akute Notlage wie die der Covid-19-Pandemie gegeben, die sich innerhalb kürzester Zeit über den gesamten Globus ausgebreitet hat. Obwohl die Pandemie nicht völlig unerwartet kam, zeigte sich, dass weder die Weltgemeinschaft noch die meisten Staaten oder Gesellschaften darauf vorbereitet sind, schnell und wirksam zu reagieren. Cornelia Ulbert und Michèle Roth suchen im neuen Global Governance Spotlight Antworten auf die Frage, wie die Weltgemeinschaft dies bei zukünftigen unerwarteten Katastrophen besser machen kann. Grundlagen dafür sind die Ergebnisse des Internationalen sef: Expertenworkshops 2021.

© Pixabay/Foto Rabe

Neoliberalismus in Zeiten globaler Krisen

Beitrag für das Journal für Internationale Politik und Gesellschaft

Die Covid-19-Pandemie hat globale Schockwellen in Wirtschaft und Politik ausgelöst. Sorgen vor Wachstumseinbrüchen, einem Kollaps des Gesundheitswesens und politischer Instabilität haben zu staatlichen Interventionen geführt, die an die Weltfinanzkrise 2008 erinnern. Haben Deregulierung, Privatisierung und die vorrangige Ausrichtung des Staates am Prinzip der globalen Wettbewerbsfähigkeit ein Ende? In „Totgesagte leben länger?“ diskutieren Tobias Debiel, stellvertretender Direktor des INEF, und Mathieu Rousselin, ob Weltfinanzkrise, Covid-19-Pandemie und Klimakrise auf ein post-neoliberales Modell hindeuten.

© KHK/Martin Wolf

Klima und Nachhaltigkeit: Große Herausforderung für globale Zusammenarbeit

Sonderheft „Global Cooperation Research - A Quarterly Magazine“

Die Beiträge in dem Band werfen unterschiedliche Blickwinkel auf Klimapolitik im weiteren Sinne. Nach einer Einleitung von Gastherausgeberin Lauren Eastwood, Senior Fellow am KHK, nehmen alle Artikel die Komplexität von globaler Kooperation als Ausgangspunkt und diskutieren u.a. die Entwicklung der Kohlenstoffmärkte, „moralische Gefahren“ (moral hazards) bei Versuchen, die Sonneneinstrahlung auf die Erde zu verändern, Gerechtigkeitsansprüche bei der letzten Weltklimakonferenz (COP26) sowie die Frage, ob ein Nachlassen des Neoliberalismus in der Klimapolitik zu beobachten ist. Auch die Formen und Arten der Erzählungen über Klimapolitik wird in Beiträgen reflektiert.

IN EIGENER SACHE
© Mercator Universität Duisburg

Gemeinsames Überleben sichern in der Einen Welt

50 Jahre Friedensnobelpreis an Willy Brandt und die Entstehung von sef: und INEF

Am 10. Dezember 1971 erhielt Willy Brandt den Friedensnobelpreis, „für seine Versöhnungspolitik zwischen alten Feindländern“. 1977 übernahm er den Vorsitz der „Nord-Süd-Kommission“, die 1980 den viel beachteten Bericht „Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer“ veröffentlichte („Brandt-Report“). Für sein Engagement erhielt er 1985 den „Dritte-Welt-Preis“, dessen Preisgeld den Grundstock zur Gründung der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) bildete. Zur wissenschaftlichen Unterstützung der Arbeit der Stiftung wurde 1990 das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) durch einen Kooperationsvertrag zwischen der sef: und der damaligen Gesamthochschule Duisburg eingerichtet.

Willy Brandt erkannte frühzeitig, dass Globalisierung neben Chancen auch Herausforderungen birgt, die nur durch internationale Zusammenarbeit in der Einen Welt zu meistern sein würden. Den Gründungsgedanken des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt folgend widmen sef: und INEF sich weiterhin drängenden Fragen von Frieden und Entwicklung und geben Anstöße für politisches Handeln aus globaler Verantwortung.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2022

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.