November 2021
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

die Digitalisierung hat den internationalen Handel grundlegend verändert. Doch Regeln für den digitalen Handel fehlen bislang weitgehend. Bei der am 30. November beginnenden 12. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) wird ein mögliches Abkommen zu E-Commerce ein wichtiges Thema sein. Seit 2019 verhandelt eine Gruppe von inzwischen 86 Staaten fernab der Öffentlichkeit. Sie hat bereits wichtige Einigungen erzielt, etwa zum Verbraucherschutz. Andere Bereiche wie der Datenschutz, der „freie“ Datenfluss, die Zollfreiheit oder ein mögliches Verbot nationaler Datenlokalisierung sind hingegen höchst umstritten. Welche Bedeutung haben sie für einen fairen und entwicklungsfördernden digitalen Handel? Lesen Sie dazu das neue Global Governance Spotlight. Und welche Positionen vertritt die EU in den Verhandlungen? Darüber sprechen wir beim nächsten sef: Policy Lunch am 17. November – erstmals wieder in Präsenz, aber auch online.

Gerne informieren wir Sie in diesem Newsletter über diese und weitere aktuelle Aktivitäten von sef: und INEF.

Beste Grüße

Ingo Nordmann,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Elena Sondermann,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

 

   
 
ANKÜNDIGUNGEN
© Unsplash/danist07

Das Weltnaturschutzabkommen – Ein wichtiger Baustein für die lokale Umsetzung der Agenda 2030

Bonn Symposium

10.-11. November 2021, online

Nächste Woche findet das Bonn Symposium 2021 statt. Es widmet sich dem Schutz der biologischen Vielfalt und dem neuen Weltnaturschutz-abkommen, das derzeit von der UN-Biodiversitätskonvention (CBD) verhandelt wird. Welche Bedeutung hat dies für die lokale Ebene? Welche Anknüpfungspunkte gibt es für Städte und Kommunen, um zum Erhalt von Biosphäre und Ökosystemen beizutragen? Darüber werden wir mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren.
Mehr Informationen zur Konferenz finden Sie auf unserer Website.

© KHK/GCR

Neue Forschungsperspektiven zu globaler Kooperation

Midterm-Konferenz des Käte Hamburger Kollegs (KHK)

15.-16. November 2021, Duisburg und online

Globale Zusammenarbeit steht vor großen Herausforderungen. Das KHK/ Centre for Global Cooperation Research (GCR) an der Universität Duisburg-Essen lädt dazu ein, über bisherige Forschungsergebnisse des Kollegs und neue Perspektiven für interdisziplinäre Forschung zu reflektieren. Polyzentrismus, (Anti-)Globalismus sowie die Rolle von Imagination bilden Schwerpunkte zu Diskussionen über Migration, Klima, Friedensförderung und Internet Governance.

Weitere Informationen zum Programm und Anmeldung finden Sie hier.

© istock.com/Tevarak

Datenschutz vs. Datenfluss? Das geplante E-Commerce-Abkommen der WTO

sef: Policy Lunch

17. November 2021, Brüssel und online

Ende 2017 nahmen die „Freunde des E-Commerce“ informelle Verhandlungen über ein mögliches Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) zum elektronischen Handel auf. Die 12. Ministerkonferenz der WTO vom 30. November bis zum 3. Dezember 2021 soll der Arbeit an dem Abkommen weiteren Schwung verleihen. Angesichts der Bedeutung des geplanten Abkommens ist eine breitere gesellschaftliche und politische Debatte über die europäische Position dringend erforderlich, u.a. zu Fragen des Datenschutzes und der digitalen Souveränität, zur Liberalisierung von Datenströmen und Zöllen sowie zur Notwendigkeit, globale Ungleichheiten im digitalen Handel anzugehen. Der sef: Policy Lunch leistet dazu einen Beitrag.

Eine Anmeldung ist bis zum 15. November sowohl für eine Teilnahme vor Ort als auch über Zoom möglich.

© WHO/Booming – Carlos Cesar, 2021

Die Pandemie als mehrdimensionale Krise – Ansätze für erfolgreiche internationale Reaktion und Prävention

Dresdner Forum für Internationale Politik

27.-28. Januar 2022, Landhaus Dresden (Stadtmuseum)

Als sich die Corona-Pandemie weltweit ausbreitete, wurden viele Länder davon überrascht. Allerdings zeigte sich schnell, dass die Pandemie nicht nur für sich allein eine große Herausforderung ist. Auch viele bereits bestehende Krisen wurden verschärft. Was können wir aus den vergangenen zwei Jahren lernen, um auf zukünftige Pandemien besser vorbereitet zu sein? Welche Veränderungen braucht es, um Pandemien dieses Ausmaßes gar nicht erst entstehen zu lassen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Dresdner Forum für Internationale Politik am 27. und 28. Januar 2022. Das Forum wird erstmals hybrid stattfinden – wir freuen uns auf Teilnehmende in Präsenz und online. Weitere Informationen finden sich in Kürze auf unserer Webseite.

BERICHTE UND ERGEBNISSE
© KHK/Business Standard

Peace- und Statebuilding in Afghanistan

22. Käte Hamburger Dialog

19. Oktober 2021, online

Ein Panel internationaler Expert*innen diskutierte Versäumnisse und Errungenschaften des Afghanistan-Engagements der internationalen Staatengemeinschaft. Unter der Leitung des stellvertretenden INEF-Direktors und Ko-Direktors des KHK, Tobias Debiel, und der Moderation des Journalisten Andreas Zumach boten die Panellisten nuancierte Kritik zu Fragen des Staatsaufbaus, der Menschenrechte, der westlichen Einschätzung der Taliban, und zu Fehlern, die von Beginn des Konflikts bis zum unrühmlichen Abzug der westlichen Staaten im Sommer 2021 gemacht wurden.

Weitere Informationen zu den Panellisten und der Diskussion hier.

PUBLIKATIONEN

Entwicklungschance vs. digitaler Kolonialismus – Zum geplanten WTO-Abkommen zu digitalem Handel

Global Governance Spotlight 3|2021

Seit der letzten Ministerkonferenz der WTO 2017 in Buenos Aires drängen die „Freunde des E-Commerce” auf ein umfassendes neues Abkommen. Wird das geplante Abkommen bestehende Ungleichheiten zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden weiter verschärfen, wie viele Entwicklungsländer und NGOs befürchten? Welche globalen Rahmenbedingungen wären erforderlich, um eine eigenständige Digitalwirtschaft im Globalen Süden zu ermöglichen? Diese Fragen erörtert Sven Hilbig von Brot für die Welt im neuen Global Governance Spotlight.

© Friedensgutachten

Lehren aus dem Scheitern in Afghanistan

Sonderstellungnahme des Friedensgutachtens

Die Herausgeber*innen des Friedensgutachtens haben eine Sonderstellungnahme veröffentlicht, in der sie ein Resümee des zwanzigjährigen Bundeswehreinsatzes in Afghanistan ziehen. Daran anknüpfend fordern sie die neue Bundesregierung eindringlich auf, die deutsche Beteiligung an internationalen Einsätzen unabhängig und ressortübergreifend neu zu bewerten.
Analysen und Kapitel, die seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes in den jährlichen Friedensgutachten erschienen sind, finden Sie auf der Themenseite des Friedensgutachtens.

CC BY-SA 2.0 Hugh

Staudämme: Zwischen Entwicklungsversprechen und Konfliktursache

Beitrag zum „INEF Development and Peace“-Blog

Staudämme werden immer noch häufig als Quelle „sauberer Energie" angesehen und sind in den letzten Jahren weiter auf dem Vormarsch, obwohl sie katastrophale ökologische und soziale Folgen haben. Ein neuer Blogbeitrag von INEF-Mitarbeiter Christian Scheper, Christine Unrau vom KHK/GCR und Andrea Schapper von der Division of History, Heritage and Politics an der University of Stirling fasst die Forschungsergebnisse einer Sonderausgabe der Zeitschrift „Sustainable Development“ zusammen und widmet sich dem Thema Staudamm als konfliktträchtiges soziales Phänomen.

Polyzentrische Governance neu denken

Forum in der Zeitschrift „International Studies Review“

Internationale Beziehungen und Politik sind vielfältig, polyzentrisch und zum großen Teil chaotisch – so könnte eine erste Bestandsaufnahme lauten. Doch unter diesem Schein verbirgt sich mehr Ordnung und Struktur als der erste Blick zeigt. Unter dem Titel „It’s ordered Chaos: What Really Makes Polycentrism Work“ entwerfen ehemalige Fellows sowie Mitarbeiter des KHK/GCR in sechs Beiträgen ihre Ideen, wie über Bindekräfte, die dem vermeintlichen Chaos innewohnen und es strukturieren, nachgedacht werden kann. Dazu zählen z.B. Normen, Standards und alltägliche Praktiken der Regulierung sowie Expertenwissen, was die Beiträge in verschiedenen empirischen Bereichen, z.B. Migration, humanitäre Hilfe, Internet-Governance und globale Wirtschaft diskutieren.

IN EIGENER SACHE
© Anja Tiwisina

Wechsel an der Spitze des sef: Kuratoriums

Mit dem Wechsel an der Spitze der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat sich auch der Vorsitz im sef: Kuratorium verändert. Wir freuen uns, den kürzlich gewählten Ministerpräsidenten Hendrik Wüst als neuen sef: Kuratoriumsvorsitzenden zu begrüßen.

Unser Dank gilt seinem Vorgänger Armin Laschet für sein langjähriges Engagement für die sef: und die sehr angenehme und konstruktive Zusammenarbeit, die weit über seine Amtszeit als Ministerpräsident zurückreicht.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2022

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.