Juni 2021
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

die EU war während der Pandemie stark mit sich selbst beschäftigt. Schlechtes Management und Nationalismus lähmten Fortschritte in der Integration. Auch auf friedenspolitische Krisen reagierte die EU oftmals nur zögerlich. Das ist die kritische Bestandsaufnahme des diesjährigen Friedensgutachtens, das vom INEF und drei anderen Friedensforschungsinstituten herausgeben wird. „Europa kann mehr!“, lautet dabei ihre Botschaft, aber es muss auch mehr wollen, wie z.B. eine Corona-Friedensdividende schaffen oder sich bei der Pandemie-Bekämpfung im Globalen Süden solidarisch zeigen.

Neben dem Friedensgutachten finden Sie in diesem Newsletter den jüngst veröffentlichten sef: Jahresbericht 2020, weitere spannende Ergebnisse aktueller Konferenzen und neue Publikationen.

Wir wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen und alles Gute für die Sommerzeit.

Beste Grüße

Ingo Nordmann,
Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)


    

Elena Sondermann,
Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

 

   
 
ANKÜNDIGUNGEN
© Pixabay/Caniceus

Corona: Eine Gefahr für Entwicklung und Frieden?

Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (ZFD) Fachgespräch (online)

5. Juli, 18:30-20:00 Uhr (MESZ)

Im März 2020 richtete UN-Generalsekretär António Guterres an alle Konfliktparteien weltweit den Appell zu sofortigem Waffenstillstand, um die Kräfte auf die Eindämmung des Coronavirus zu richten. Ein Jahr später zieht das gerade veröffentlichte Friedensgutachten eine ernüchternde Bilanz: Die Welt ist 2020 nicht friedlicher geworden. Kriege wurden fortgesetzt, Militärausgaben erhöht. Wirkt sich Corona auf Konflikte weltweit aus? Was können Regierungen und Friedensorganisationen jetzt tun? Dies sind die Fragen, die Tobias Debiel, stellvertretender Direktor des INEF, und Christian Gülisch, Leiter des forumZFD-Programms in Nahost, diskutieren.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, können Sie sich hier registrieren: https://www.edudip.com/de/webinar/corona-eine-gefahr-fur-frieden-und-entwicklung/1524248.

BERICHTE UND ERGEBNISSE
© Unsplash/Jeremy Bishop

Innovation by disruption? Wie Covid-19 internationale Verhandlungen verändert

Englischsprachige Session im Rahmen des Deutsche Welle Global Media Forums

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die internationale Diplomatie sind erheblich. Die meisten internationalen Verhandlungsprozesse wurden zunächst gestoppt. Die Hoffnung, dass sie in absehbarer Zeit im gewohnten Format wieder aufgenommen werden könnten, erwies sich als falsch. Stattdessen sind innovative Wege gefragt, um den diplomatischen Austausch aufrechtzuerhalten.

Wie dies möglich ist, diskutierten die Autoren unseres Global Governance Spotlight, Dr. Jovan Kurbalija und Dr. Katharina Hoene, mit Moderatorin Stephanie Liechtenstein bei unserer Session im Rahmen des Deutsche Welle Global Media Forums.

Ein 30-minütiger Mitschnitt der Veranstaltung ist auf YouTube verfügbar: https://youtu.be/gi1_yBBsjcY.

Einen englischsprachigen Kurzbericht lesen Sie nun auf unserer Webseite.

© sef:

Digitalisierung für friedliche Entwicklung nutzen

Potsdamer Frühjahrsgespräche 2021

Bei den diesjährigen Potsdamer Frühjahrsgesprächen diskutierten Aktivist*innen, Akademiker*innen und politische Vertreter*innen aus Afrika und Europa über die Auswirkungen der Digitalisierung auf friedliche Entwicklung in Afrika. Nun sind Videoausschnitte mit den Highlights der Diskussion sowie der englischsprachige Konferenzbericht auf unserer Webseite verfügbar.

PUBLIKATIONEN
© HSFK/Yvonne Blum

Globale Solidarität im Zeichen der Pandemie

Friedensgutachten 2021

Die Herausgeber*innen des Friedensgutachtens 2021 rücken die EU-Politik in den Fokus und fordern, der Erosion der Demokratie in Europa und weltweit entgegenzuwirken. Gegenüber Russland und China sollen Verletzungen von Völkerrecht und Menschenrechten klar benannt werden, ohne die Brücken zu einer Kooperation abbrechen zu lassen.

Das vom INEF betreute Kapitel „Nachhaltiger Frieden“ stellt die Folgen der Pandemie im Globalen Süden in den Mittelpunkt. Nicht nur die direkten und indirekten Folgen für die Gesundheits- und Sozialsysteme sind in zahlreichen Regionen auf der Südhalbkugel der Erde dramatisch. Auch die Ernährungslage hat sich verschlechtert, und die Armut hat zugenommen. Die Pandemie hat außerdem gezeigt, wie krisenanfällig globale Lieferketten sind und welche Gefahren internationale Abhängigkeiten bergen. Darauf aufbauend fordern die Autor*innen, isolationistische Haltungen in der Pandemie durch globale Solidarität zu ersetzen.

  • Weitere Informationen, die Stellungnahme sowie aktuelle Presseberichte finden Sie hier.
  • Am 8. Juni wurde das Friedensgutachten bei der Bundespressekonferenz vorgestellt.
  • Das Abendforum der Evangelischen Akademie zu Berlin widmete sich am selben Tag dem Friedensgutachten. Eine Aufzeichnung finden Sie hier.

Zur Verstetigung von Armut in Entwicklungsländern

Zweite und aktualisierte Auflage der AVE-Studie 2

Eine umfassende Überarbeitung erfuhr die 2017 erschienene Studie des INEF-Forschungsprojekts „Wege aus Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird. Dabei flossen zum einen neueste Berichte und Zahlen von internationalen Organisationen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen über den Umfang und die Ursachen von Armut mit ein. Zum anderen wurden auch die Forschungsergebnisse des AVE-Projekts über wirksame Gegenstrategien mit in die Überarbeitung aufgenommen.

© ILO AsiaPacific

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der gesamten Lieferkette

Beitrag im Sammelband „Verantwortung und Engagement von Unternehmen in der Internationalen Zusammenarbeit“

Die Diskussionen um die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen zeugen einerseits von ihrem gewachsenen Einfluss, andererseits aber auch vom gestiegenen Legitimationsdruck, dem sich private Unternehmen ausgesetzt sehen. Vor diesem Hintergrund setzt sich INEF-Mitarbeiter Christian Scheper in seinem Beitrag zu dem von Helmut Sangmeister und Heike Wagner herausgebenen Sammelband mit den Konflikten um die Regulierung von Lieferketten auseinander und betont die Notwendigkeit zusätzlicher Handlungsräume für Rechteinhaber*innen, insbesondere durch neue transnationale Haftungsregeln.

© INEF/Karin Gaesing

Landrechte, Gender und Bodenfruchtbarkeit in Benin

Beitrag auf der Plattform weltohnehunger.org

Die starke Benachteiligung von Frauen bei gesichertem Zugang zu Land führt zu ungenutztem wirtschaftlichem Potential und verschärft soziale Probleme. Im Rahmen des INEF-Forschungsprojekts „Wege aus Armut, Vulnerabilität und Ernährungsunsicherheit“ (AVE), das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird, diskutieren INEF-Mitarbeiterin Karin Gaesing und Frank Bliss den Zusammenhang von gesicherten Landrechten, Gender und Bodenfruchtbarkeit in Benin.

IN EIGENER SACHE

Perspektiven auf Global Governance:
Die sef: 2020

Jahresbericht

2020 war auch für die sef: ein in vielerlei Hinsicht herausforderndes Jahr. Das Programm der Stiftung und thematische Schwerpunkte mussten aufgrund der aktuellen äußeren Gegebenheiten mehrfach angepasst werden. Dennoch ist es gelungen, das Jahr 2020 für eine Vielzahl wichtiger Debatten und Begegnungen zu nutzen, was der nun erschienene sef: Jahresbericht 2020 zeigt. Sie finden darin die wichtigsten Ergebnisse in Kurzform.

© Political-Moments

Tobias Debiel im Gespräch

Interview in der Podcast-Reihe "Deep Dive"

Der stellvertretende INEF-Direktor Tobias Debiel äußert sich in Folge #43 des Deep Dive Podcasts mit Lennart Reimers zum Zusammenhang von Entwicklung und Frieden, zentralen Themen der internationalen Politik sowie Herausforderungen für Friedens- und Entwicklungsförderung auch in Zeiten während und nach der Corona-Pandemie.
Der Podcast ist auf Spotify, Apple & Google Podcasts sowie unter https://deepdive-podcast.de/ zu finden.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2021

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik. Es ist eines von drei Trägerinstituten des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research.