
Die Krise der afrikanischen Handlungsfähigkeit und der wachsende Einfluss externer Akteure in der Konfliktmediation in Afrika
Nicodemus Minde
November 2025: 4 Seiten
Die internationalen Beziehungen Afrikas gehen davon aus, dass Afrikas periphere Stellung ein proaktiveres Vorgehen in globalen Fragen erfordert – ein Konzept, das als African agency (afrikanische Handlungsfähigkeit) bezeichnet wird und unter dem Leitmotiv „afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme“ zusammengefasst wird. Allerdings haben organisatorische und institutionelle Schwächen, knappe Finanzmittel und eine begrenzte Durchsetzungsfähigkeit eine Lücke entstehen lassen, die zunehmend von externen Akteuren gefüllt wird – etwa von Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die Krise des Multilateralismus, gekennzeichnet durch einen Rückgang globaler Kooperation und veränderte Machtverhältnisse, hat dazu geführt, dass sogenannte Mittelmächte das Vakuum füllen, das der Rückzug westlicher Akteure hinterlassen hat. Nicodemus Minde betont, dass zur Wiedergewinnung afrikanischer Handlungsfähigkeit eine Stärkung der Afrikanischen Union und der Regionalen Wirtschaftsgemeinschaften sowie eine bessere Koordinierung notwendig sind, um Doppelstrukturen bei Friedensbemühungen zu vermeiden. Afrika muss die Kontrolle über seine Friedensagenda zurückgewinnen, indem es externe Partner auf Augenhöhe einbindet.
