Globale Trends 2013

Frieden - Entwicklung - Umwelt

Tobias Debiel, Jochen Hippler, Michèle Roth, Cornelia Ulbert (Hg.)

Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main Oktober 2012
352 Seiten, ISBN 978-3-596-19423-0, EUR 16,99

Die Anforderungen an die Institutionen globaler Politikgestaltung haben seit Erscheinen der letzten Ausgabe von Globale Trends vor drei Jahren so weit zugenommen, dass von einem »permanenten Überdruck« im System der internationalen Beziehungen gesprochen werden kann. Eine Reihe von globalen Erschütterungen wie die Weltfinanz- oder die Nahrungsmittelkrise haben ebenso Steuerungslücken in der globalen Politik deutlich werden lassen wie das wiederholte Scheitern der Klimaverhandlungen.

Auf globaler Ebene hat das über Jahrzehnte geschürte Misstrauen gegenüber den Vereinten Nationen (UN) sowie ihre durch Blockadepolitiken ausgehebelte Problemlösungsfähigkeit dazu beigetragen, den institutionalisierten Multilateralismus auszuhöhlen. Stattdessen wird versucht, den »Überdruck im System« durch die Verlagerung in sektorale, also thematisch spezialisierte Foren sowie durch eine Vielzahl von alternativen Formen globalen Regierens jenseits der etablierten multilateralen Institutionen zu mildern.

Die daraus resultierende Fragmentierung globaler Politikgestaltung verbunden mit einer Proliferation von inter- und transnationalen Foren führt zu einer »neuen Unübersichtlichkeit« der internationalen Beziehungen und verstärkt tendenziell die Ungleichgewichte zwischen den Akteuren. Zugleich bietet die zunehmende Multipolarität im System Chancen für neue Allianzen, die sich nicht mehr allein an den Kriterien klassischer Machtpolitik orientieren (müssen).
Die Rolle des Staates scheint dabei einem langfristigen Wandlungsprozess unterzogen, der sich auch in einem sich verändernden Souveränitätsverständnis nach innen wie nach außen zeigt. Gesellschaftliche Protestbewegungen wehren sich zunehmend gegen die mangelnde Bereitstellung nationaler wie globaler Gemeinschaftsgüter durch die Politik sowie ihr Versagen gegenüber den dominierenden Marktkräften. Die wachsenden Mittelschichten in vielen Entwicklungsländern sind dabei eine zentrale Kraft. Technische Errungenschaften wie das Internet bieten neue Chancen auf politische Teilhabe sowie transnationale Vernetzung und Öffentlichkeit.

Das westlich geprägte Wirtschafts- und Fortschrittsmodell kann keine globale Orientierung mehr geben –auch die etablierten Industrieländer müssen umsteuern. Die Begrenztheit unserer natürlichen Ressourcen und die vielfach bereits ausgereizte Belastungsfähigkeit unserer Ökosysteme, einschließlich der Atmosphäre, lassen ein »Weiter so« nicht zu. Auf nationaler wie internationaler Ebene hat deshalb eine breite Debatte darüber begonnen, wie Wohlstand und Wohlergehen auch mit Blick auf nachfolgende Generationen definiert werden sollen. Wie jedoch nachhaltige Entwicklungsziele aussehen könnten, ist umstritten.

Die Autorinnen und Autoren der vorliegenden Ausgabe von Globale Trends haben sich mit den hier nur kurz angerissenen Entwicklungen intensiv auseinandergesetzt und diese mit Daten und Fakten untermauert.

AKTUELLES

Frieden muss von innen wachsen – aber wie?

ANMELDUNG JETZT!

Am 08. Februar 2018 laden wir zu einer Abendveranstaltung in die Frauenkirche Dresden ein. Hauptredner zum Thema „Frieden muss von innen wachsen – aber wie?“ wird der UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, sein. Über ihre Erfahrungen auf dem steinigen Weg zu einem friedlichen Zusammenleben berichten an dem Abend auch Vera Baboun, ehemalige Bürgermeisterin von Bethlehem, Tanja Gönner von der GIZ sowie Hajer Sharief, Extremely Together Young Leader aus Libyen.

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sef: Bonn Symposium 2017

Die SDGs in lokalen Partnerschaften umsetzen

PRÄSENTATIONEN JETZT ONLINE

Anfang Dezember veranstaltete die sef: zusammen mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH, dem Land Nordrhein-Westfalen und weiteren Unterstützern ihr diesjähriges internationales Bonn Symposium. Mehr als 120 Expertinnen und Experten diskutierten gute Beispiele für Partnerschaften in und zwischen Kommunen in unterschiedlichen Weltregionen. Die Präsentationen der Rednerinnen und Redner können Sie hier abrufen. Ein kurzer Konferenzbericht folgt in Kürze. 

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sef: Policy Lunch 2017

Mögliches UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten

BERICHT ERSCHIENEN

Ende Oktober fanden in Genf die dritten Verhandlungen zu einem UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten statt. Ziel ist ein rechtsverbindliches Instrument für Staaten und Unternehmen. Mit einem sef: Policy Lunch informierte informierten sef: und CIDSE am 20. November in Brüssel über die Verhandlungen und die Position der europäischen Institutionen. Unser Kurzbericht in englischer Sprache bietet Ihnen einen Überblick. 

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Die sef: im Dialog mit NRW-Landtagsabgeordneten

Am 20. Dezember 2017 begrüßte die sef: knapp 20 Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags zu einem Parlamentarischen Frühstück. Renate Hendricks, die Vorsitzende des sef: Vorstands, gab einen kurzen Überblick über die mehr als 30-jährige Geschichte und die aktuelle Arbeit der Stiftung. In der anschließenden Diskussion standen vor allem mögliche Anknüpfungspunkte zur Eine-Welt- und Nachhaltigkeitspolitik auf Länderebene im Vordergrund.

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„Sustaining Peace“ – Aktuelle Herausforderung für die Demokratie

ANKÜNDIGUNG

2018 startet die sef: eine neue hochrangige Veranstaltungsreihe, das Dresdner Forum für Internationale Politik. Am 8./9. Februar treffen sich internationale Expertinnen und Experten um über die aktuellen Herausforderungen für Demokratien zu diskutieren. Wie kann gesellschaftliches Zusammenleben in Frieden und ohne Gewalt langfristig möglich sein? Staffan de Mistura, UN-Sonderbeauftragter für Syrien, sowie Steve Killelea, Herausgeber des Global Peace Index, haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt.

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