| Initiative | ||||||||||||||||||||||
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„Die Globalisierung von Gefahren und Herausforderungen – Krieg, Chaos, Selbstzerstörung – erfordert eine Art ‚Weltinnenpolitik', die über den Horizont von Kirchtürmen, aber auch nationale Grenzen weit hinausreicht." |
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1985 wurde Willy Brandt in New York für sein Engagement für die Dritte Welt ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung erklärte er, dass nationale Versuche eines Krisenmanagements angesichts der globalen Dimension der Probleme nicht mehr ausreichten. Diese Preisverleihung war der Auslöser für seine Initiative zur Gründung der Stiftung Entwicklung und Frieden.
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| Gründung | ||||||||||||||||||||||
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"Zwischen Entwicklung und Frieden gibt es unauflösbare Zusammenhänge. Sie wissenschaftlich zu ergründen, sie öffentlich darzustellen und sie in das Gespräch der Menschen einzubringen, ist der Sinn dieser Stiftung."
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Johannes Rau griff die Anregung auf und sicherte die Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen. Am 10. September 1986 wurde die Stiftung Entwicklung und Frieden gegründet. Gründungsmitglieder waren Willy Brandt, Ministerpräsident Johannes Rau, Kurt H. Biedenkopf, Ralf Dahrendorf, Friedhelm Farthmann, Uwe Holtz, Klaus Dieter Leister, Dieter Senghaas und Carola Stern. Willy Brandt wurde Vorsitzender des Vorstandes, was er bis zu seinem Tod im Jahre 1992 blieb. Seine Stellvertreter waren Kurt H. Biedenkopf und Ralf Dahrendorf. Johannes Rau übernahm den Vorsitz des Kuratoriums. Der Friedensforscher Dieter Senghaas wurde Vorsitzender des Beirates, den er bis heute leitet. |
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| Meilensteine | ||||||||||||||||||||||
| Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Ost-West-Konfrontation 1989/90 hofften viele Menschen darauf, dass eine friedlichere und gerechtere Welt nun erreichbar sei. Auch Willy Brandt sah eine historische Chance. Auf seine Initiative hin fand 1991 in Stockholm ein Treffen unter Leitung des schwedischen Ministerpräsidenten Ingvar Carlsson statt, beim dem ein Dokument mit dem Titel "Gemeinsame Verantwortung in den 90er Jahren: Die Stockholm-Initiative zu globaler Sicherheit und Weltordnung" (Reihe EINE Welt Nr. 5 der SEF) verabschiedet wurde. Ein Jahr später gewann Willy Brandt Ingvar Carlsson und Shridath Ramphal als Vorsitzende der Commission on Global Governance, die 1995 ihren Bericht "Our Global Neighbourhood" vorlegte. Seitdem ist Global Governance das Leitmotiv der Stiftung.
1991 trat das Land Berlin der Stiftung bei. Zum 1. Juli 1993 wurde der bisherige eingetragene Verein in eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts umgegründet. Als Stifter beteiligten sich neben Nordrhein-Westfalen die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen. 1996 feierte die SEF ihr zehnjähriges Bestehen mit der Festschrift "Entwicklung - Kulturen - Frieden. Visionen für einen neue Weltordnung", mit einer Veranstaltung "Lässt sich die Welt noch ordnen?" und einem Symposium "Die Politisierung der Kultur".
Zum 20. Jahrestag der Übergabe des Brandt-Report an den Generalsekretär der Vereinten Nationen zogen am 12. Februar 2000 die Stiftung Entwicklung und Frieden und die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung auf einer internationalen Konferenz in Bonn mit 500 Teilnehmern Bilanz: Was ist aus dem Leitbild einer gerechten und friedlichen Entwicklung geworden? Welche neuen Herausforderungen für Entwicklung und Frieden zeichnen sich ab? Wie muss und kann Globalisierung politisch gestaltet werden? Zur Veranstaltung erschien der Sonderband "Entwicklung und Frieden im 21. Jahrhundert - Zur Wirkungsgeschichte des Brandt-Berichts", den der Leiter des Instituts für Entwicklung und Frieden, Prof. Franz Nuscheler, für die Stiftung herausgab.
"Uns eint die Vision einer Welt ohne Grenzen und Vorurteile, ohne Hunger und Angst vor Zerstörung. Wir sind uns bewusst, dass diese Vision weder heute noch morgen verwirklicht werden kann. Aber wir wollen uns dafür einsetzen, schrittweise jenem Ziel näher zu kommen. Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, ob wir uns als Weltbürger begreifen und in globaler Verantwortung handeln."
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