Globales Ressourcenmanagement - Herausforderungen für die Friedens-, Entwicklungs- und Umweltpolitik

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ bezeichnete den „Kampf um Rohstoffe“ kürzlich als „neuen Kalten Krieg“. Die Preise für Erdöl, insbesondere aber auch für Kupfer, Gold und andere Metalle befinden sich auf einem Höhenflug. Die relative Rohstoffknappheit infolge steigender Nachfrage auf dem Weltmarkt und die damit verbundenen Preissteigerungen lassen tatsächlich einen zunehmenden globalen Verteilungskampf befürchten. Im Rahmen einer gemeinsamen Projektreihe „Globales Ressourcenmanagement – Herausforderung für die Friedens-, Entwicklungs- und Umweltpolitik“ durchleuchtet die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF) zusammen mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie das tatsächliche globale Konfliktpotenzial und die entwicklungshemmende Wirkung einer zunehmenden Ressourcenknappheit. In einem zweiten Schritt werden geeignete internationale Lösungsansätze und ihr Realisierungspotenzial diskutiert.

Das Zusammentreffen der relativen Knappheit vieler mineralischer Rohstoffe (einschließlich fossiler Energieträger) mit einem steigenden weltweiten Bedarf birgt nicht nur lokale, sondern auch globale Konfliktpotenziale. Mineralische Rohstoffe sind für die Fortexistenz der Industriegesellschaften ebenso essenziell wie für die Entwicklung sich industrialisierender Länder und Regionen. Die Verknappung und die damit einhergehenden Preissteigerungen lassen einen zunehmenden Verteilungskampf entstehen bei dem insbesondere schwächere ressourcenarme Länder und die Bevölkerungen vieler ressourcenreicher, aber autoritärer Staaten zu den Verlierern gehören dürften.

Die Projektreihe nähert sich dem Problem aus einer Global Governance-Perspektive und unter besonderer Berücksichtigung des Blickwinkels von Entwicklungsländern. Denn eine um-
fassende Analyse des durch eine zunehmende Ressourcen-
knappheit hervorgerufenen internationalen Konfliktpotenzials steht noch aus. Ebenfalls weitgehend unbeachtet blieben bisher die Auswirkungen der Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten auf die ärmeren netto-rohstoffimportierenden Länder.

Entscheidende Verbesserungen bei Rohstoffgewinnung und -handel sind zum Beispiel denkbar durch eine transparentere Gestaltung des Rohstoffhandels und durch mehr accountability auf Seiten der Nachfragestaaten und der fördernden Industrie. Auf einer grundsätzlicheren Ebene stellt sich darüber hinaus die Frage nach der Notwendigkeit einer übergeordneten politischen Steuerung des Rohstoffhandels mit dem Ziel, gewaltsame Auseinandersetzungen um Rohstoffvorkommen zu verhindern und einen fairen Ausgleich zwischen rohstoffreichen und rohstoffarmen Ländern zu ermög-
lichen. Eine solche politische Steuerung des Rohstoffhandels erscheint nur auf globaler Ebene, im Rahmen eines Prozesses internationaler Verrechtlichung mit dem Ziel globaler Verteilungsgerechtigkeit möglich. Hier stellen sich die komplexen Fragen, wie ein „gerechtes“ globales Ressourcenmanagement aussehen könnte, wie es politisch auf internationaler Ebene durchsetzbar wäre und welche praktische Wirkung es entfalten könnte.

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Weitere Schwerpunkte:

"Baustellen" von Global Governance

Human Security und Schutzverantwortung

 
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